Das Glitzermuseum


Alles was glitzert und glänzt!

Was ist eigentlich Glitzer und was macht seine Faszination aus? In welchen Kontexten spielt Glitzer eine Rolle und wo wirkt das funkelnde Material identitätsstiftend?
DAS GLITZERMUSEUM ist ein mobiles Ein-Personen-Museum und diesen Fragen auf der Spur. Mit Fundstücken, Geschichten und Erinnerungen wird in einem winzigen Raum eine ganz besondere Sammlung präsentiert, die durch die Besucher*innen erweitert werden kann. Das Ungewöhnliche an diesem Museum ist seine Kleinheit und seine Mobilität: Ein fünfeckiger Raum bietet überraschend museale Bedingungen und eine besondere Intimität.

Der Besuch des GLITZERMUSEUMS folgt einem ritualisierten Ablauf. Vor dem Eintreten in das Museum wählen die Besucher:innen ein „Kostüm“ aus und tragen dieses während ihres Besuchs. Da immer nur ein:e Besucher:in das Museum betreten kann, bildet sich draußen eine Warteschlange. Die wartenden Besucher:innen bereiten sich auf ihren Eintritt in das Museum vor, indem sie die museumseigene Bibliothek erkunden, die Schminkstation nutzen und ihr Kostüm aus einer Auswahl glitzernder Accessoires und Kleidungsstücke aussuchen.

Im Museum können die Besucher:innen die funkelnde Sammlung des Museums erkunden, in den Archivkarten stöbern und dort die vielseitigen Geschichten der Objekte nachlesen. Durch das Ausfüllen weiterer Archivkarten wird der museale Raum um vielfältige Perspektiven und Interpretationen ergänzt.
Die Sammlung kann auch durch das Einreichen eigener Objekte erweitert werden. Das einzige Kriterium für die Einreichungen lautet: Die musealen Artefakte müssen glitzern oder etwas mit Glitzer zu tun haben. So können zum Beispiel die Lieblingstanzschuhe mit ihrer Geschichte oder auch historische Fakten über die Erfindung des Glitzers (1934, Henry Ruschmann, USA) in die Sammlung des Museums übergeben werden.

DAS GLITZERMUSEUM erprobt museale Konzepte und unterzieht sie einer kritischen Durchleuchtung: Die Besucher:innen können die Ordnung der Sammlung und das System der Katalogisierung gemäß ihren Ideen und Vorstellungen umgestalten, indem sie die Platzierung der Schaukästen verändern oder das Index-System (Verzeichnis) umschreiben.

Als Museumsdirektorin ist die Performerin für die Betreuung und Verwaltung der Sammlung zuständig. Da der Museumsraum stark begrenzt ist, können nicht alle Sammlungsstücke gleichzeitig präsentiert werden, sodass die Direktorin für Aufführungen eine vielfältige Auswahl in Bezug auf Themen und Materialien trifft und den ortsspezifischen Kontext einbezieht. Als Ansprechpartnerin begleitet sie den Museumsbesuch und bietet bei Bedarf Führungen durch die Sammlung an. Der Charakter dieser Figur changiert zwischen exzentrisch, verschroben und wunderlich.

Premiere:
17. Juli 2021, Bremen

2022:
MS Artville (Hamburg)
Bad Homburger Sommer (Bad Homburg)

2021:
SommerSummarum (Bremen)
artspace bremerhaven (Bremerhaven)

Portfolio Glitzermuseum

Fotos: Dafne Jaramillo